Reich beschenkt: Die eigenen Stärken entdecken

Die Perspektive wechseln: Von den Stärken zu den Aufgaben

Vom „Perspektivwechsel“ ist unter denen, die sich mit dem Ehrenamt in Theorie und Praxis beschäftigen, oft die Rede: Freiwillige wollen nicht als „soziales Kapital“ den anfallenden Aufgaben zugeordnet werden. Sie sind Subjekt ihres Handelns und engagieren sich, weil sie mit Feude und Begabung ihre Stärken in das soziale Umfeld einbringen möchten – oder sie bleiben weg.

Der Blick einer erfolgreichen Freiwilligenorganisation wird also zuerst aufmerksam auf diejenigen gerichtet sein, die sich engagieren wollen. Erst dann werden die zu erledigenden Aufgaben in den Blick genommen.

Die Engagierten in den Blick nehmen

So können Engagements gefunden oder entwickelt werden, die zu den Tätigen passen – nicht umgekehrt. Aufgaben müssen entsprechend in weiterem Umfeld als nur der eigenen Einrichtung oder Gemeinde gefunden und angeboten werden, damit sie der Lust und den Gaben der Interessierten entsprechen. An dem Konzept einer „Beteiligungskirche“ ausgerichtete Gemeinden arbeiten seit einigen Jahren mit sogenannten „Gabenkursen“ im Gemeindeaufbau. Gabentests und -kurse werden kontrovers diskutiert: Die Zuordnung von begabten Menschen in vorgegebenen Tätigkeiten des Gemeindeaufbaus bedeutet im Blick auf die Vielfalt der Engagementwünsche eine Engführung. Kritisch muss zudem gefragt werden, ob Menschen für die Kirche eigentlich erst dann interessant werden, wenn sie sich auch kirchlich engagieren – also ihre Gaben in der Kirchengemeinde einbringen.

Ein weltlicher Gaben-Test im kirchlichen Kontext

Der Kurs verzichtet auf die enge Bindung an eine biblische Charismenlehre. Ziel dieses Kurses ist es, Menschen zunächst in einem ergebnisoffenen Prozess mit ihren Talenten, Begabungen und Interessen in Kontakt zu bringen. Dieser Prozess macht Mut und kann dazu führen, dass persönliche Handlungsmöglichkeiten überhaupt wahrgenommen werden. Möglicherweise erfolgt auch die Orientierung in ein freiwilliges Engagement. Dafür werden Wege aufgezeigt.

Vom Gaben-Kurs zum Stärkenpfad

Ein wegweisendes Konzept für einen „Gabenkurs“ lag bereits vor: Silke Obenauer und Andreas Obenauer haben einen Gabenkurs vorgelegt, der uns besonders aufgrund der Fremdwahrnehmungsteile interessierte (1). Wir haben an diese Idee angeknüpft.

Entwicklung und Erfahrungen

Vorarbeiten für den vorliegenden Kurs „Reich beschenkt – die eigenen Stärken entdecken“ verdanken wir Herrn Jan Westfahl, der im Institut für Engagementförderung ein Praktikum absolvierte und Ursula Kranefuß in der Entwicklungsphase des Kurses unterstützte. Die Ausarbeitung und praktische Erprobung übernahmen Ursula Kranefuß und Matthias Pregla (Institut für Engagementförderung).

Der Kurs wurde in Hamburg getestet und mehrfach erfolgreich durchgeführt. Erfahrungen aus der 2-jährigen Erprobungsphase sind in das Kursmaterial eingearbeitet.

  • Das Seminar-Material (Unterlagen für Teilnehmende und Kursleitende) kann gegen eine Schutzgebühr unter der Mailadresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bestellt werden.
  • Übersicht über Preise/Schutzgebühr für das Material: Reich_beschenkt_Tabelle.pdf 

[1]
Andreas Obenauer, Silke Obenauer, Ich bin dabei - Teilnehmerbuch: Gaben entdecken. Akzente setzen. Welt gestalten, Gerth Medien 2011
Dieselben, Ich bin dabei – Leiterhandbuch. Gaben entdecken. Akzente setzen. Welt gestalten, Gerth Medien 2011

Institut für Engagementförderung

Rockenhof 1   |   22359 Hamburg  |   Telefon: +49 40 519 000 915